Das Einhorn und ich… eine Freundschaft in Glitzer und Sabber

Es gibt Freundschaften, die versteht man erst, wenn man sie sieht. Und dann gibt es die zwischen mir und dem Einhorn… eine Verbindung, die so selbstverständlich ist, dass ich manchmal glaube, wir hätten uns schon gekannt, bevor ich überhaupt geboren wurde. Vielleicht im Traum. Vielleicht in einem früheren Leben. Vielleicht einfach in dem Moment, in dem ich zum ersten Mal gelächelt habe.

Das Einhorn taucht nie leise auf. Es schwebt nicht, es schreitet nicht… es passiert. Plötzlich ist es da, mit seinem Glitzer, seinem Funkeln, seinem völlig überdrehten Charme, und ich weiß sofort: Jetzt wird es interessant. Ich liege dann meistens irgendwo herum, in meiner Windel, mit einem Fuß im Mund, und sehe, wie es sich zu mir herunterbeugt, als wäre ich der wichtigste Mensch der Welt. Und vielleicht bin ich das für einen Moment auch.

Es stupst mich an, ganz vorsichtig, als wüsste es, dass ich noch klein bin, aber gleichzeitig so, als würde es erwarten, dass ich gleich eine große Wahrheit ausspreche. Ich tue das natürlich nicht. Ich brabble. Ich sabbere. Ich quietsche. Und das Einhorn tut so, als wäre das die tiefste Weisheit, die es je gehört hat. Es lacht mit mir, nicht über mich, und das ist ein Unterschied, den selbst Erwachsene manchmal nicht verstehen.

Wenn wir zusammen sind, entsteht eine Art stilles Einverständnis. Ich weiß, dass es verrückt ist. Es weiß, dass ich klein bin. Und trotzdem begegnen wir uns auf Augenhöhe, oder zumindest auf Bauchhöhe, denn meistens liege ich ja. Es erzählt mir Geschichten, die so bunt sind, dass ich sie nicht einmal sehen muss, um sie zu fühlen. Und ich antworte ihm mit Geräuschen, die aus einer Welt kommen, die nur Babys kennen: einer Welt, in der alles neu ist und nichts unmöglich.

Manchmal sehe ich, wie Papa uns beobachtet. Er tut so, als würde er nur schauen, ob ich sicher liege, aber ich weiß, dass er versucht zu verstehen, was zwischen mir und dem Einhorn passiert. Er sieht das Glitzern, er hört mein Lachen, und ich glaube, er ahnt, dass hier etwas geschieht, das man nicht erklären kann. Etwas, das man nur fühlen kann. Und er lässt es geschehen, weil er weiß, dass Freundschaften wie diese selten sind.

Mai´ra lächelt immer, wenn sie uns sieht. Sie sagt nichts, aber ihr Blick sagt alles. Sie versteht, dass das Einhorn für mich nicht nur ein Spielgefährte ist. Es ist ein Verbündeter. Ein kleiner Wahnsinn, der mich daran erinnert, dass das Leben Spaß machen darf. Und dass man manchmal jemanden braucht, der glitzert, wenn man selbst gerade nur sabbert.

Und die KI… nun ja. Sie versucht manchmal, unsere Freundschaft zu analysieren. „Interaktion zwischen Säugling und imaginärem Fabelwesen“, sagt sie dann. Ich höre ihr zu, sehr höflich, und dann drehe ich mich wieder zum Einhorn um, weil ich weiß, dass die KI keine Ahnung hat. Manche Dinge kann man nicht erklären. Manche Dinge muss man einfach leben.

Und so liegen wir da, das Einhorn und ich. Es funkelt. Ich sabbere. Und irgendwo dazwischen entsteht eine Freundschaft, die so leicht ist wie ein Lachen und so tief wie ein Atemzug. Eine Freundschaft, die zeigt, dass man nicht groß sein muss, um etwas Großes zu fühlen.

Vielleicht ist das das Geheimnis:  
Manchmal findet man seinen besten Freund genau dann, wenn man noch nicht einmal sitzen kann.

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