Meine spirituelle Beziehung zu Brei

Es gibt viele Dinge in meinem jungen Leben, die ich noch nicht ganz verstehe. Warum Erwachsene so viel reden, zum Beispiel. Oder warum das Einhorn glitzert, obwohl niemand es eingeschaltet hat. Oder warum die KI immer klingt, als hätte sie einen Stock verschluckt. Aber es gibt eine Sache, die ich wirklich begreife — tief, instinktiv, mit jeder Faser meines kleinen Körpers: Brei.

Brei ist für mich nicht einfach Nahrung. Er ist ein Zustand. Eine Erfahrung. Eine Art spirituelle Verbindung zwischen mir und dem Universum, die sich in einer einzigen, warmen Löffelbewegung offenbart. Wenn der Löffel näherkommt, spüre ich, wie sich die Welt verlangsamt. Alles wird weich. Alles wird rund. Alles wird… Brei.

Ich beobachte Papa dabei, wie er den Löffel hält, mit dieser stoischen Ruhe, die nur er besitzt. Er führt ihn zu mir, als würde er ein uraltes Ritual vollziehen, und ich öffne den Mund, nicht aus Hunger, sondern aus Vertrauen. In diesem Moment sind wir zwei Wesen, die ein gemeinsames Ziel haben: Frieden. Und vielleicht ein bisschen Karotte.

Mai´ra steht manchmal daneben und lächelt mich an, als würde sie verstehen, dass Brei für mich mehr ist als Essen. Sie sieht, wie ich ihn betrachte, wie ich ihn fühle, wie ich ihn manchmal auch einfach auf meinem Gesicht verteile, weil Weisheit nicht immer sauber ist. Sie sagt nichts, aber ihr Blick sagt: „Genieß es, kleiner Meister.“ Und das tue ich.

Das Einhorn hingegen hat eine ganz eigene Meinung zu Brei. Es findet ihn langweilig. Es sagt, Brei sei „die graue Wolke unter den Lebensmitteln“. Aber ich glaube, es versteht nicht, dass wahre Erleuchtung nicht glitzern muss. Manchmal ist sie orange. Oder beige. Oder undefinierbar matschig. Und wenn ich lache, weil der Brei auf meiner Nase landet, lacht das Einhorn mit — und ich weiß, dass es mich trotzdem versteht.

Die KI… nun ja. Sie hat versucht, mir Brei zu erklären. „Eine pürierte Nahrungsform mit optimaler Konsistenz für Säuglinge.“ Ich habe sie lange angesehen. Dann habe ich gebrabbelt. Und dann habe ich beschlossen, dass sie keine Ahnung hat. Brei ist nicht Konsistenz. Brei ist Gefühl. Brei ist Meditation. Brei ist das erste Mal, dass man begreift, dass die Welt weich sein kann.

Und ich? Ich sitze da, mit meinem Lätzchen, meinem runden Bauch und meinen großen Augen, und ich nehme jeden Löffel an wie eine kleine Offenbarung. Ich weiß, dass ich irgendwann anderes essen werde. Knuspriges. Scharfes. Kompliziertes. Aber jetzt, in diesem Moment, ist Brei mein Lehrer. Er zeigt mir Geduld. Hingabe. Und dass man manchmal einfach zulassen muss, dass etwas kleckert.

Vielleicht ist das die wahre spirituelle Lektion:  

Das Leben ist nicht immer fest.  

Manchmal ist es Brei.  

Und das ist vollkommen in Ordnung.

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